Mitglieder von KJS und BUND pflegen wichtiges Biotop

Trockenrasen und Brache nordöstlich der Sportanlage Auf dem Schollbruch

Bei dem Gebiet „Trockenrasen und Brache nordöstlich der Sportanlage Auf dem Schollbruch“ handelt es sich um einen der beiden einzigen Sandmagerrasen in Gelsenkirchen, einen wertvollen Lebensraum, der seltene Pflanzen- und Tierarten beherbergt.

Die Fläche ist von der Stadt Gelsenkirchen als „Geschützter Landschaftsbestandteil“ ausgewiesen. Diesen Schutzstatus erhalten Gebiete, die eine besonders hohe Bedeutung für Natur und Landschaft besitzen, aber aufgrund ihrer geringen Flächengröße nicht als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden können. Außerdem ist der Sandmagerrasen ein Biotoptyp, der nach § 30 Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt ist.

Auf den ersten flüchtigen Blick eine Brachfläche wie viele andere, zeichnet sie sich jedoch bei näherem Hinsehen durch den sandigen Boden aus. Dieser stammt aus vorindustriellen Zeit, als die Emscher noch durch Horst floss und dabei lokal auch größere Sandmengen ablagerte. Im Zuge der Industrialisierung und Bebauung ist davon nur noch eine kleine Reliktfläche übrig geblieben. Hier finden sich Pflanzenarten, die an die speziellen Bedingungen trocken-warmer, nährstoffarmer Sandböden angepasst sind.

Dominierend ist das Rote Straußgras, das sogenannte „Straußgrasrasen“ bildet. An seltenen Arten sind vor allem die gefährdete Nelken-Haferschmiele und das Zwerg-Filzkraut zu nennen. Aber auch Mäuseschwanz-Federschwingel, Acker-Spörgel, Hasen-Klee, Kleines Habichtskraut oder Platthalm-Rispengras sind typisch für den Standort.

Zahlreiche Wildbienen-, Grab- und Wegwespenarten nutzten die offenen Bodenflächen, um hier ihre Nester anzulegen. Viele der Arten sind dabei ausschließlich auf die gut grabbaren, trockenen Sandböden angewiesen. Auf der Fläche kann man im Sommer darüber hinaus den gefährdeten Braunen Sandlaufkäfer beobachten. Die erwachsenen Tiere jagen dabei auf der Bodenoberfläche andere Insekten, während die Larven im Sand eingegraben auf Beute lauern.

Alle diese gefährdeten Arten sind auf offene, gut besonnte Bodenstrukturen angewiesen. Leider haben sich seit einigen Jahren vor allem Goldruten, aber auch weitere Hochstauden auf der Fläche breit gemacht und von den Rändern drängen immer mehr Gehölze in die noch offenen Bereiche vor. Dieser Konkurrenz und Beschattung sind die ausnahmslos recht kleinen Arten der Sandmagerrasen nicht gewachsen. Außerdem gehen bewuchsarme Bodenstellen für die Wildbienen und Sandlaufkäfer verloren.

Die Pflegemaßnahme dient dazu, Gehölze und Hochstauden aus dem zentralen Bereich der Fläche zurückzudrängen und dabei auch wieder offene, sandige Bodenstellen für gefährdete Tier- und Pflanzenarten zu schaffen.