Gemeinsame Pflegeaktion von Kreisjägerschaft und Naturschutz in Horst

Wie schon im letzten Jahr haben sich am letzten Samstag Mitglieder vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und der Kreisjägerschaft Gelsenkirchen zusammengetan, um gemeinsam zum Schutz des wertvollen Sandmagerrasens in Horst, nordöstlich der Sportanlage “Auf dem Schollbruch” aktiv zu werden. Die Kooperation von Jägern und Naturschützern hat sich in Gelsenkirchen seit Jahren bewährt, schließlich liegt der Erhalt der Natur beiden Seiten am Herzen.
Der geschützte Landschaftsbestandteil Auf dem Schollbruch in Horst ist einer der beiden letzten Sandflächen in Gelsenkirchen, die ihrer Entstehung der Emscher verdanken, die in vorindustrieller Zeit an ihren Ufern stellenweise große Sandbänke ablagerte. Offene, vegetationsarme Sandflächen stellen für viele seltene, gefährdete Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum dar. Doch der verbliebene Rest in Horst ist so klein, dass er zunehmend von den umgebenden Hochstauden und Gehölzen überwuchert wurde. Sandbienen, Grab- und Wegwespen fanden kaum noch offene, besonnte Sandstellen, um ihre Nester anzulegen. Seltene Pflanzen wurden von höherwüchsigen, konkurrenzstärkeren Arten verdrängt.
So wurden Mitglieder von Kreisjägerschaft und BUND im Januar 2012 erstmals auf der Fläche aktiv und es ging mit viel Muskelkraft, Schüppe und Schubkarre daran, den ursprünglichen Sandboden wieder freizulegen
Erste Erfolge waren nach der Aktion im Januar 2012 zu erkennen. Die freigestellte Fläche wurde schon im Frühjahr von Sandbienen angenommen. Im Sommer konnten Sandlaufkäfer und erste Exemplare seltener Pflanzen wiederentdeckt werden.
Es zeigte sich aber auch, dass die angrenzenden Hochstaudenfluren, vor allem Goldrute und Schmalblättriges Greiskraut, im Laufe des Sommers vom Rand her schon wieder auf die freigestellte Sandfläche vordrangen.
Es galt also, die offene Sandfläche weiter zu vergrößern und vor allem die angrenzenden, dichten Goldrutenbestände zurückzudrängen. Deren starkem Wurzelfilz ist aber in Handarbeit kaum beizukommen. Deshalb wurde diesmal die Arbeit an Schüppe und Spaten durch den Einsatz eines Radladers unterstützt, den ein Mitglied der Kreisjägerschaft kostenlos zur Verfügung stellte. So konnten im Laufe von drei Stunden Einsatz – trotz widrigen Wetterverhältnissen mit Schneetreiben und teilweise gefrorenem Boden – auf einer größeren Fläche die unerwünschten Pflanzen inklusive ihres Wurzelgeflechtes bis auf den ursprünglichen reinen Sandboden abgetragen werden.

Damit ist nun der Lebensraum für seltene Arten deutlich erweitert worden. Die Naturschützer hoffen auch darauf, dass dadurch die Pflegemaßnahmen in den nächsten Jahren erleichtert werden.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.